Man stellt sich einen mittelalterlichen Kampfplatz vor: zwei Kontrahenten, ausgestattet mit, was die Waffenkammer hergibt. Doch in Bloody Bastards von Tibith entfaltet sich das Spektakel nicht nach den Regeln klassischer Finesse, sondern folgt einer eigenwilligen, fast schon slapstickhaften Physik. Die Kämpfe sind eine absurde Choreographie aus wilden Schwüngen, stolpernden Schritten und unerwartet effektiven Stichen – ein Spiel, das seine Brutalität mit einem unverkennbaren Sinn für schwarzen Humor paart. Es ist weniger ein traditioneller Fighter als vielmehr eine physikbasierte Simulation chaotischer Nahkämpfe, bei der jede Bewegung direkte Konsequenzen hat.
Das Kernstück von Bloody Bastards ist sein einzigartiges Steuerungssystem, das konsequent für Touchscreens designed wurde. Statt simplen Tastendrücken muss der Spieler seine Angriffe durch Wischgesten auf den jeweiligen Bildschirmhälften ausführen. Die linke Hand wird durch Gesten auf der linken Seite, die rechte entsprechend auf der rechten Seite kontrolliert. Diese Mechanik erinnert an die präzise Unbeholfenheit von Titeln wie Surgeon Simulator und überträgt sie auf den Kampf. Jeder Hieb, jedes Ausweichen erfordert eine bewusste motorische Eingabe, was zu unvorhersehbar komischen und gleichermaßen grausamen Szenarien führt. Der physikalische Motor berechnet Treffer, Waffenwirkung und Körpereinsatz in Echtzeit, sodass kein Gefecht dem anderen gleicht. Die 2D-Grafik ist bewusst schlicht gehalten, um die volle Aufmerksamkeit auf die fluid ablaufenden und detailreichen Animationen der Kämpfe zu lenken.
Das Spiel bietet eine solide strukturelle Basis durch drei distinkte Spielmodi. Der Karrieremodus fungiert als eine Art Kampagne, in der man sich durch eine progressively anspruchsvollere Reihe von Gegnern kämpft, die nicht nur stärker, sondern auch besser ausgerüstet sind. Der Überlebensmodus (Wave Mode) testet die eigene Taktik und Ausdauer in endlosen Wellen von Feinden. Der dritte Pfeiler ist der asynchrone Mehrspieler-Modus, in dem man die selbst zusammengestellte Ausrüstung und erlernten Techniken gegen die Kreationen anderer Spieler antreten lassen kann. Der Progression ist wirtschaftlich simpel, aber effektiv gestaltet: Nach jedem siegreichen Kampf erhält man Gold, das im umfangreichen Shop ausgegeben werden kann. Die Ausrüstungspalette reicht von einfachen Holzknüppeln und ledernen Westen bis hin zu schweren Zweihändern und vollständigen Plattenpanzern. Die Charakteranpassung erlaubt von Beginn an, das Erscheinungsbild des eigenen Kriegers individuell zu gestalten.
Die Mischung aus strategischer Ausrüstungsauswahl und der geschickten, aber fehleranfälligen Bedienung schafft eine ungewöhnlich fesselnde Spielerfahrung. Bloody Bastards ist kein Spiel für Puristen des Genres, sondern für diejenigen, die Wert auf unkonventionelle Physik, eine Prise Humor und die Befriedigung finden, sich durch taktisches Rüsten und eigenwilliges Kämpfen einen Weg zur Spitze zu bahnen.
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Kleiner Hinweis: Für den Mehrspielermodus und einige Features wird eine WLAN-Verbindung benötigt. Einige besondere Ausrüstungsgegenstände sind optional gegen Bezahlung erhältlich.